Der Vorteil von biogenen Ölen wie Hydraulikölen liegt nicht nur in der schnelleren Abbaubarkeit. Auch in den besseren Eigenschaften bei Tieftemperaturen sind sie den herkömmlichen Mineralölen überlegen. Das heisst, sie dicken nicht so schnell ein und minimieren dadurch auch den Verschleiss. Für die Umstellung von Mineralöl auf biogene Öle empfehlen Experten, eng mit dem Ölhersteller zusammenzuarbeiten.
Als Erstes sollte die Eignung der Anlage zur Umstellung von Mineralöl auf Bioöl sichergestellt werden. Besonders ältere Anlagen (Baujahr vor 1995) sollten zum Beispiel bei den Kunststoffkomponenten wie Lacken, Schläuchen, Dichtungen auf die Eignung überprüft werden. In Zweifelsfällen rät das Institut für fluidtechnische Antriebe und Steuerungen, an der RWTH in Aaachen, beim Hersteller eine Freigabe anzufordern. “Wir haben es endlich geschafft, biogene Schmierstoffe zu entwickeln, die keine Dichtungen angreifen”, sagt Alexander Fiedler von Avia Regenstauf in Bayern. Er würde jedoch empfehlen, einen Filterwechsel einzuplanen.
Beim folgenden Schritt ist es wichtig, die Betriebstemperaturr der Maschine zu klären und das richtige Öl auszuwählen. Bioöle haben bessere Schmiereigenschaften und einen besseren Viskositätsindex als Mineralöle. Deshalb sollte ein Bioöl einer niedrigeren Viskositätsgruppe als das entsprechende Mineralöl verwendet werden, damit bei der höchsten Betriebstemperatur die korrekte Viskosität gegeben ist. “Der Mineralölrestanteil sollte zwischen 3 und 5 Prozent liegen”, empfiehlt Alexander Fiedler. Auch hier sei es wichtig, sich an die Empfehlungen des Öllieferanten zu halten. Um zu verhindern, dass ein höherer Restanteil in der Anlage verbleibt, muss das Mineralöl vor der Umstellung im betriebswarmen Zustand komplett aus dem System entleert werden.
Veränderte Lösungseigenschaften
Weil Bioöl andere Lösungseigentschaften hat als Mineralöl, werden Ablagerungen, die sich im Verlauf von Jahren vor der Umstellung gebildet haben, von Bioöl in wenigen Tagen aufgelöst. Um Verstopfungen von Ventilen oder Kühlern zu vermeiden, sollte der Tank gründlich gesäubert werden und eventuell nach ein paar Tagen der Ölfilter erneut gereinigt oder noch einmal gewechselt werden. “Der große Vorteil von Mineralöl liegt darin, dass es bei Unfällen in der Regel innerhalb von 21 Tagen zu 92 Prozent abbaubar ist”, betont Fiedler. Zudem habe es eine längere Lebensdauer. Der Nachteil: Es ist fast doppelt so teuer wie Mineralöl.
Bislang keine Förderung
Um vor allem Gewerbebetrieben und Unternehmern den Einsatz von biogenen Schmierstoffen schmackhafter zu machen, gibt es in Deutschland staatliche Förderprogramme, die finanziell unterstützen. Laut dem Bundesamt für Umwelt, Wald und Landwirtschaft (Buwal) existieren in der Schweiz keine Förderprogramme. Es gibt eine finanzielle Unterstützung vom Bundesamt für Landwirtschaft für den Anbau von nachwachsenden Rohstoffen wie Raps. Leider ist ds Budget vergangenes Jahr um rund zwei Drittel gekürzt worden.
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